Zwei hochgewachsene Frauen, 28 und 29 Jahre alt, suchen auf der Berlin Fashion Week nach Modeopfern. Ausgerüstet mit liebevoll in Papiertütchen eingenähten Pflastern für die erste Hilfe bei akuter Modelust gehen Anja Steffen und Berit Müller durch den Vorraum des Mercedes-Zelts am Bebelplatz. „Heute sind wir die Modepolizei“, sagt Anja, die einen grauen Hoodie und schwarze Lederleggings trägt. Ihre Partnerin Berit ist im Partnerlook unterwegs und verteilt eifrig Postkarten-Flyer. Der 2.2. ist ein großer Tag für die beiden Neu-Berlinerinnen, denn sie starten ihre Online-Seite Modeopfer 110. styleranking sprach in Berlin mit den beiden Redakteurinnen.

styleranking: Was bedeutet Modeopfer 110?
Anja: Modeopfer 110 ist unser neues Modeinformationsportal, in dem ihr spannende Storys über Mode und vor allem eine Datenbank mit Beschreibungen deutscher Modelabels findet. Bei den Modelabels beschreiben wir jedes Label einzeln – mit Stil und Designer und natürlich auch dem Preisniveau. Ihr könnt also bei uns herausfinden, ob ein Designer eher cool und crazy ist oder eher Glamour und Couture bietet.
styleranking: Wie viele Leute arbeiten für Modeopfer 110?
Berit: Wir sind ein 4-er-Team - bestehend aus zwei Leuten, die sich um die Technik kümmern und zwei Redakteurinnen - uns. Wir zwei Mädels haben in Trier Modedesign studiert und dann bei Schumacher gearbeitet. Anja war zuletzt Stipendiatin in New York, ich war Designerin.

styleranking traf sich auf der Berlin Fashion Week mit Anja Steffen und Berit Müller von Modeopfer 110. Fotos (3): styleranking
styleranking: Wie seid ihr auf den Namen Modeopfer 110 gekommen?
Anja: Der ist uns beim Spaziergang am Hudson River eingefallen. Wir haben über Fashion Victims gesprochen und dann darüber diskutiert. Wir möchten erste Hilfe bei akuter Modelust bieten - das ist unser Slogan. Und da passte Modeopfer 110 sehr gut.
styleranking: Wir selbst hatten zuerst den Slogan "for fashion victims only" und haben dann einen neuen Claim gesucht, weil uns viele gesagt haben, dass das negativ belastet ist. Habt ihr davor keine Bedenken?
Anja: Nein, haben wir nicht. Wir glauben, dass sich Modeopfer 110 humorig und ironisch anhört - genau so, wie die Seite auch sein soll. Man sollte Mode nicht zu ernst nehmen. Wir haben auch eine Rubrik "Mode-SOS Stylingtipps".

Flyer zum Launch am 2.2.: Modeopfer 110.
styleranking: Wie lange habt ihr den Start eures Portals vorbereitet?
Berit: Seit September haben wir geplant und programmiert. Wir werden von zwei Herren unterstützt, die sich mit Onlineseiten und vor allem auch der Technik dahinter gut auskennen, weil sie selbst schon einige Internetangebote betreiben.
styleranking: Wie wollt ihr euer Portal bekannt machen?
Anja: Wir sind auf der Fashion Week als Modepolizei unterwegs und bieten den Besuchern eine Mode-Diagnose. Wir sind exzessiv hier unterwegs, um Flyer unter’s Volk zu bringen. Außerdem haben wir einen Imagefilm über die Modepolizei gedreht. Wir filmen hier in Berlin auch auf den Shows und erzählen von unserer Idee und unseren Plänen - eben wie jetzt gerade euch von styleranking…
styleranking: Was plant ihr künftig auf eurem Portal?
Berit: Es wird einen Shop geben mit eigenen Artikeln aus einer eigenen Modeopfer 110-Kollektion. Modeopfer 110 soll wie ein Wohnzimmer wirken, in dem man sich gern aufhält. Uns ist die Optik sehr wichtig. Unsere Leser sollen immer wieder Neues entdecken können. Wir haben uns früher oft gefragt, was wir denn selbst gern noch als Informationsquelle hätten, und genau so etwas hatte uns immer gefehlt. Eine Website, bei der es auch um Jobs, Gehaltsgefüge in der Mode, unbekanntere Labels oder Tipps für’s Modestudium geht.

Modeopfer 110: Visitenkarten mit lila Aufschrift und Pflaster für erste Hilfe bei akuter Modelust…
styleranking: Welche Leser wollt ihr ansprechen?
Anja: Unsere typischen Leser ins weiblich und zwischen 18 und 35 Jahren alt. Leute, die sich extrem für Mode interessieren. Wir haben aber auch eine Kategorie, die für Männer interessant ist - und die heißt "Extraformen".
styleranking: Wo seht ihr euch in einem Jahr?
Berit: Wir hoffen, dass wir dann einen solch großen Bekanntheitsgrad haben, dass wir die Einladungen automatisch ins Haus bekommen und um die Welt reisen können. Wir möchten, dass dann jeder Modeopfer 110 kennt. Und natürlich soll es dann auch eine Community parallel zum redaktionellen Teil geben. Wichtig ist bei all dem: Wir möchten Spaß mit Ironie mischen und vor allem hilfreiche Tipps geben. Videos gibt’s auch auf der Seite und wir stehen ja noch am Anfang. Wir haben noch viel vor.
styleranking: Euch ganz, ganz viel Erfolg und viel Leser für Modeopfer 110 - danke für das Gespräch!











