Heute steht die Fashion-Blogosphäre unter dem Motto Green Glamour, das die beiden TwoForFashion-Bloggerinnen Kathrin und Mahret vom OTTO-Styleblog ausgerufen haben. styleranking schließt sich der Parade an und schreibt über ökologische Trends und faire Herstellung in der Mode. Im ersten Teil: Über einen Flashmob, der am vergangenen Samstag in Berlin stattgefunden hat.
April, April? Als das styleranking-Team am 1. April verkündete, dass die Düsseldorfer Altstadt im Rahmen einer Flashmob-Aktion in pinke Tücher gehüllt wurde, gab es die unterschiedlichsten Reaktionen: Einige beglückwünschten uns zu der gelungenen Aktion - andere entlarvten diese sofort als Aprilscherz. Den Mitgliedern des INKOTA-Netzwerks hingegen ist es mit ihrer - auch real durchgeführten - Flashmob-Aktion sehr ernst. Sie möchten an faire und gerechte Herstellung von Klamotten appellieren.

Flashmob in Berlin: Aktion für faire Herstellung. Fotos (2) und Video: Berndt Hinzmann
Unter Flashmobbing versteht man Aktionen, zu der eine Menschenmenge per Internet und über Mundpropaganda zusammengeführt wird. Berlin scheint ein gutes Pflaster für Flashmobbing zu sein: Im März hatten sich in der Hauptstadt im Ostbahnhof in Friedrichshain rund 700 Jugendliche bei McDonald’s versammelt und nacheinander über 10.000 Burger geordert.
Meistens sind die Flashmobbing-Aktionen also politisch unmotiviert. Die Aktivisten, die am vergangenen Samstag in Berlin unterwegs waren, wollten mit ihrer Aktion hingegen ein Zeichen setzen und forderten "Let’s run for fair Wear" faire Arbeitsbedingungen.
"Zu wenig und zu langsam werde getan, damit diejenigen, die Sportswear mit ihren Händen herstellen, genügend verdienen", so lautet der Vorwurf. Die stehe im Widerspruch zu Rekordgewinnen nach Olympia und Fußball-Europameisterschaft. Die Berichte über die Zustände in den Sportartikel-Fabriken, die für die großen Marken herstellen, hätten sich nicht verändert.
Die Kunden wollten, dass es gerecht und fair bei der Herstellung zugehe. Arbeit ja - aber in Würde. Die jungen Aktivisten verliehen den Forderungen daher mit ihrer Aktion Nachdruck. Sie adressierten vor allem Filialen der Firmen Puma und Adidas. Zuerst ging es zum Puma Concept Store und anschließend zum Adidas-Store in Berlin nahe den Hackeschen Höfen
In kleinen Grüppchen ging es mit Protestkarten und Bannern ausgestattet zu den vereinbarten Orten. Ein kurzer Auftritt - und schon waren sie wieder weg. Mit dabei waren knapp vierzig Leute aus verschiedenen Ländern des internationalen Aktivisten-Trainings der Clean Clothes Campaign.
Die Kampagne fordert von den Sportartikel-Giganten wie Puma und Adidas unabhängige Kontrollen und Verbesserungsmaßnahmen, Gewerkschaftsfreiheit und existenzsichernden Lohn in der weltweiten Bekleidungsproduktion. Ihre Kritik: Eine innovative Veränderung sei möglich, wenn die Unternehmen die Probleme gemeinsam angehen würden.

Clean Clothes Campaign und PLAY FAIR 2008.
"Partner berichten vom anhaltenden Trend: Der gezielten Verlagerung von Produktionsstandorten, der Verletzung von Gewerkschaftsfreiheit und inkonsequenter sozialer Verantwortung", sagt Berndt Hinzmann von INKOTA). "Im Gegensatz zur bekundeten sozialen Verantwortung, wird die Schwäche von Zulieferbetrieben bewusst ausgespielt." Dort, wo keine Arbeitnehmervertretung existiere, seien die Löhne geringer und Überstunden erzwungene Normalität. Es sei zu beobachten, wie die Produktion in nicht gewerkschaftlich organisierte Fabriken verlagert werde.
Das INKOTA-netzwerk ist eine globalisierungskritische Organisation mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1971 als ökumenischer Arbeitskreis in der DDR gegründet und arbeitet seit 1990 als unabhängiger, gemeinnütziger Verein. Zu den Mitgliedern gehören entwicklungspolitische Basisgruppen, Kirchgemeinden, Weltläden und Einzelengagierte.
Zu den Hauptbereichen der Arbeit des INKOTA-netzwerks gehören Projekte der Entwicklungsarbeit: INKOTA unterstützt beispielsweise die Arbeit von Basisorganisationen in Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Vietnam und Mosambik. Ziel der Projektarbeit ist es, langfristig die Lebenssituation unterprivilegierter Menschen in diesen Ländern zu verbessern.
Wer die Bewegung unterstützen möchte, kann auf der INKOTA-Website für 15 Euro ein Shirt erstehen: das Clean Clothes T-Shirt (Foto: INKOTA). Die Rechnung: 4,71 Euro fließen in die Produktion, 2,13 Euro in Transport, Zoll und Steuern und 8,16 Euro gehen als Unterstützungsbeitrag an Arbeiter/-innen, um diesen zu helfen. Das T-Shirt trägt das thailändische Label „Dignity Returns“. Das bedeutet: Die Würde kehrt zurück. Hier geht’s zur Bestellung…












November 19th, 2008 um 22:11
Nochmals vielen Dank für die Teilnahme am Green Glamour Day. Für uns ist die Aktion ein voller Erfolg gewesen. Insgesamt 33 Blogger haben mitgemacht! Eine Übersicht über alle Postings findest Du hier und hier. Liebe Grüße und auf bald!
November 20th, 2008 um 09:11
Liebe Mahret, uns hat es viel Spaß gemacht. Dank dir für die schöne Organisation! Glg Roland
November 20th, 2008 um 19:11
super klasse ganz tolle aktion. bin da gerade zufällig vorbeigelaufen und dachte mir “wasn das jetzt? vielleicht von der demo gegen tiermisshandlung? aber ne, hier gehts um menschenmisshandlung.” wo doch so viele labels angeblich jetzt “fair” produzieren lassen, angeblich, finde ich das auch wichtig. auch in der türkei werden ja immer noch viele ausgebeutet, manchmal kurdische flüchtlinge vom land, die in der stadt irgendwie überleben versuchen, auch mädchen, oder auf den baumwollfeldern u.s.w. - ja, hoch die internationale solidarität!!!
Mai 5th, 2010 um 11:05
Nochmals vielen dank für die Teilnahme am Glamour Green Day. Uns für die Aktion EIN gewesen Erfolg voller IST. Insgesamt 33 Blogger haben mitgemacht! Deployment Eine Übersicht über alle findest Du hier hier und. Liebe Grüße auf bald und!
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sandramartin