Von Katrin Völkner, Paris
Morgens, halb zehn in Paris: Vor der H&M-Filiale auf der Rue de Rivoli traten sich rund 500 Mädchen und junge Frauen die Füße platt. Fast hätte man denken können, Namensgeber Jimmy Choo oder Designerin Tamara Mellon wären höchstpersönlich vor Ort gewesen. Aber es ging "nur" um die neue Kollektion – Jimmy Choo für H&M. Tagelang hatte die Werbekampagne in Metrostationen und im Netz die Spannung steigen lassen, heute sollte es endlich soweit sein. Klar, dass einige sich schon im Morgengrauen ihren Platz an der Spitze der Schlange ergattert hatten. "Wir sind seit fünf Uhr morgens da", erzählte eine junge Pariserin, die sichtlich erschöpft von der Warterei war.


Die ersten warteten seit fünf Uhr morgens vor H&M in der Rue de Rivoli.

Und so wurde im Schaufenster in der Pariser Filiale geworben.


In den Metrostationen warb H&M in den letzten Tagen groß für die Jimmy Choo-Kollektion, heute um 10 Uhr war es endlich so weit. Fotos (8): Katrin Völkner
Um Punkt zehn dann endlich ein Lichtblick: Die Tür öffnete sich und die Securitys mussten Massen von kreischenden Teenies im Zaum halten, die in den folgenden Sekunden um Shirts, Kleider und Hosen kämpften. Am begehrtesten waren die Glitzertops, dicht gefolgt von den Lederleggings. Vor allem auch die Stücke in leuchtendem Blau gingen im Nu weg. Nach zwei Minuten waren die Stangen leer, nach fünf Minuten kamen die ersten freudestrahlend mit ihren blauen Tüten aus den Läden. Sie haben es geschafft und gehören zu den Glücklichen mit einem Kleidungsstück von Jimmy Choo im Schrank.
Auf in den Kampf: Die Masse drängelt sich in den Laden.


In Sekundenschnelle war die Kollektion ausverkauft.

Lederhosen, Partytops und -kleider, dazu Overknees, Stiefeletten und Sandaletten: Jimmy Choo bietet ganze Outfits an. Fotos (11): H&M

Die beiden Models Sasha Pivovarova und Edita Vilkeviciute setzen die Kleider in der Kampagne perfekt in Szene.
Während die Schaufensterpuppen gnadenlos von den übrigen Stücken der Kollektion befreit wurden, baumelte eine einsame Lederjacke aus glänzendem, sommerlich leichtem Material noch einsam an einer Stange. Man kann nur hoffen, dass sie noch einen Käufer gefunden hat. Aber kann man auch wirklich stolz darauf sein, ein Teil abbekommen zu haben? Da kostet eine Polyester-Kunstfellweste, bei der an Material und Verarbeitung gespart wurde, 79,95. Und ein paar Schuhe für 99 Euro, die nach Plastik aussehen und schon beim Anprobieren drücken? Nein, danke! Die Kampagne versprach viel, die Realität zeigte uns, wie Designermode made in China dann wirklich aussieht.

Ohne Gnade kämpften die H&M-Kundinnen um das letzte Teil.

Jimmy Choo for H&M: Das heißt Rock Chic, …
Nach dem Ansturm auf die Kleider ging es an Eingemachte: In einem abgesperrten Bereich im hinteren Teil des Ladens wurde das präsentiert, für was Jimmy Choo eigentlich bekannt ist: Schuhe und dazu die passenden Taschen. Gestaffelt im 10-Minuten-Takt durften die ersten sich um 10.15 ihre Lieblingsteile schnappen. Auch hier galt: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Die ersten 160 Wartenden hatten Armbänder in verschiedenen Farben erhalten, die ihnen den Einlass zu einer ganz bestimmten Uhrzeit gewährten.

Aussuchen, Anprobieren, Kaufen, und das im Zeitraffer: Nur 10 Minuten hatte jeder, um seine Lieblingsschuhe und -accessoires auszuwählen.
Wie die Sicherheitskräfte in H&M-Läden auf der ganzen Welt war auch das Netz vom Anstrum auf die Jimmy Choo-Kollektion komplett überfordert. Auf der Site des Online-Shops erscheint derzeit lediglich der Hinweis: "Der Shop ist überfüllt! Im Moment sind sehr viele Kunden im Shop Online. Wir tun unser Möglichstes, damit Sie bald Ihren Einkauf tätigen können. Bitte versuchen Sie es etwas später noch einmal."

Leo-, Zebra-Print oder blau schimmernde Metallic-Optik: Für Party-Queens waren garantiert die richtigen Schuhe dabei.

… aufregender Safari-Look mit Schuhen und Taschen im Zebra- oder Leo-Print …

… und knallige Töne wie Kirschrot und Mittelblau als Farbtupfer.

Ich schreibe drei Monate lang bis Ende November für euch aus Paris. Weitere Berichte aus der Hauptstadt der Mode von mir findet ihr hier:
Pariser Messen: Die Termine für 2010
Stoffmarkt Montmartre: Ein Paradies für Schneider und Designer
Luxus-Shopping in Paris, pt. 5: Rue Saint-Honoré & Place du Marché Saint-Honoré
Das Paris-Special wird unterstützt von:
Günstige Hotels in Paris












November 15th, 2009 um 20:11
Wie’s in Hamburg ausschaute, seht ihr hier… und wie’s in Berlin zuging hier… und der Run in New York wiederum ist hier… dokumentiert
Have Fun!
November 15th, 2009 um 20:11
Doppelter Nachtrag für Düsseldorf bei rp-online und Modestadt…
November 16th, 2009 um 00:11
also hast du nichts gekauft?
November 16th, 2009 um 14:11
Nein, ich habe nichts gekauft. Hatte ein paar Sachen in der Hand, aber die haben mich nicht überzeugt. Die schwarzen Riemchen-Pumps hätte ich trotz schlechter Qualität genommen, waren dann aber leider zu schnell weg… In der Not bleibt dann wohl noch Ebay