Vom 20. bis 22. Januar wird die Urban- und Streetwearmesse Bread & Butter zum zweiten Mal nach ihrer Rückkehr aus Barcelona in Berlin am Flughafen Tempelhof stattfinden. styleranking sprach mit Geschäftsführer Karl-Heinz Müller über das Konzept der Messe, den Zuzug weiterer Messeveranstalter in die Hauptstadt und die bevorstehenden Highlights.
styleranking: Die Rückkehr der Bread & Butter nach Berlin wurde als großer Erfolg gefeiert. Gibt es dennoch Learnings aus der ersten Veranstaltung am Flughafen Tempelhof? Was wird sich diesen Januar am Konzept ändern?
Karl-Heinz Müller: Die erste Veranstaltung der Bread & Butter im historischen Flughafen Berlin-Tempelhof war für uns tatsächlich ein großer Erfolg – gefühlt die beste BBB, die wir je auf die Beine gestellt haben. Auch dass wir dem Flughafen Tempelhof in weniger als sechs Monaten als Messegelände nutzbar gemacht haben, war eine große Leistung aller Beteiligten. Insbesondere die Aufteilung der Hangars in neue sinnvolle Segmente kam bei den Besuchern und Ausstellern gleichermaßen gut an. Diese Segmentierung in die Areas Sport & Street, Street Fashion, Fashion Now, Style Society, Denim Base, Urban Superior Men, Urban Superior Women und L.O.C.K. – Labels of Common Kin werden wir auf der kommenden Veranstaltung beibehalten. Die Marken werden in den einzelnen Areas entsprechend ihrer Ausrichtung in ihrem Markenumfeld präsentiert, wie es auch im Einzelhandel zu finden ist. Man kann sich das wie bei einer mehrreihigen Perlenkette vorstellen.

Winterlösung für die Denim Base und das überdachte Flugvorfeld: 12.500 Meter Edelstahlrohr, 30 Tonnen Stahl, 20.000 Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben sowie 5000 Quadratmeter Kunststoffplane mit Luftkissenmembran wurden verbaut.
Die größte Veränderung wird es in der Denim Base geben, die unter dem überdachten Flugvorfeld beheimatet ist. Der zum Flugfeld hin offene Bereich wird durch eine spektakuläre architektonische Konstruktion winterfest gemacht: In Zusammenarbeit mit der Berliner Firma System 180 werden die etwa 5000 Quadratmeter durch eine ästhetische Stahlrohrkonstruktion und das Aufziehen von Luftkissenmembranen geschlossen. Der Schutz vor Wind und Wetter ist somit garantiert.
styleranking: Nach der Jeansmesse JAM zieht nun auch die Streetwearmesse Bright nach Berlin. Befruchtet das den Standort oder wird das langsam - vor allem für die Einkäufer und Besucher - zu viel?
Karl-Heinz Müller: Berlin entwickelt sich immer mehr zum Zentrum für urbane und zeitgenössische Bekleidungskultur. Insofern ist es grundsätzlich gut und richtig, dass mehr und mehr Messeformate mit verschiedenen Konzepten nach Berlin kommen. Auf lange Sicht muss aber auch darauf geachtet werden, dass sich die verschiedenen Veranstaltungen nicht kannibalisieren. Ich stimme zu, dass den Händlern und Pressevertretern sehr wenig Zeit bleibt, um sich alles anzuschauen. Ich möchte mich gern mit allen Protagonisten zusammensetzen und überlegen, ob und wie man den Kalender ein wenig entzerren kann. Wir haben unseren Sommertermin (7. bis 9. Juli 2010) bereits kommuniziert und ich denke, da wir eine Woche nach hinten gegangen sind, kommt das auch den Mitveranstaltern entgegen.
styleranking: Welche Highlights der Bread & Butter Berlin können Sie jetzt schon für Januar ankündigen und unseren Lesern verraten?
Karl-Heinz Müller: Die kommende Bread & Butter wird wieder eine Vielzahl an Highlights hervorbringen. Kick-Off der drei Veranstaltungstage ist unsere traditionelle Opening Party am Vorabend des ersten Messetags. Die Berliner Band The BossHoss wird ein Live-Konzert spielen, und im Laufe des Abends können sich die geladenen Gäste auf weitere Überraschungen freuen. Am Mittwoch und Donnerstag wird G-Star wie in den letzten Jahren eine Fashion Show veranstalten, und auch Diesel wird eine riesige Show im Rahmen der Bread & Butter bieten. Darüber hinaus haben viele unserer Aussteller besondere Markenpräsentationen geplant: Zum Beispiel wird Lonsdale Boxwettkämpfe veranstalten.

Show von G-Star auf der Bread & Butter.
In Zusammenarbeit mit den Berliner Titeln Der Tagesspiegel und zitty haben wir den „Fashiontalk“ erarbeitet, bei dem internationale Modeexperten die Hintergründe zu bestimmten Modethemen präsentieren. Am Freitagnachmittag werden im ColumbiaClub Themen wie „Wer bestimmt, was Mode kostet“ oder der Siegeszug der Jeans durch alle Kleiderschränke beleuchtet. Wir freuen uns, dass wir somit auch Nicht-Fachbesuchern und den Berlinern Inhalte der Bread & Butter vermitteln können.

Justin Timberlake traf sich im Sommer zunächst mit dem styleranking-Team zum Interview und besuchte dann die Bread & Butter auf der er mit seinem Label William Rast seine Kollektion präsentierte.
styleranking: Das Modejahr 2009 war konjunkturell ein schwieriges. Hat dies Auswirkungen auf das Ausstellerinteresse gehabt?
Karl-Heinz Müller: Überhaupt nicht, das Interesse seitens der Aussteller ist ungebrochen. Die Bread & Butter ist die führende Plattform für Street- und Urbanwear in Europa, wenn nicht sogar weltweit. Die Industrie braucht eine solche Plattform in Verbindung mit dem frühen Termin. Unser Konzept verbindet Fun mit Profit, wir verstehen uns als Marketing- und Kommunikationsplattform, auf der der Austausch der Community und Inspiration mit an erster Stelle stehen. Wir werden etwa 600 Marken auf der kommenden Bread & Butter begrüßen, davon eine Vielzahl an New Entries. Wir konnten hochkarätige Brands wie Diesel, die seit vielen Jahren keinen Messeauftritt mehr konzipiert haben, sowie Boss Orange, Puma und Barbour als Neuausteller gewinnen. Das neue architektonische Konzept der Denim Base ermöglicht es uns, etwa 5000 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche zu generieren, auf denen G-Star, Desigual, Boss Orange, Levi’s, Custo Barcelona, Wrangler und Diesel ihre Markenwelten umfangreich und auf größtem Raum präsentieren können. Insgesamt konnten wir die Qualität des Ausstellerportfolios sehr verbessern.
styleranking: Was erwarten Sie vom Jahr 2010?
Karl-Heinz Müller: Ich habe keinen speziellen Vorsatz für das kommende Jahr, aber einen Wunsch: Als wir im Januar 2009 bekannt gegeben haben, mit der Bread & Butter nach Berlin zurückzukehren und den historischen Flughafen Tempelhof zu nutzen, hat diese Entscheidung in Politik und Gesellschaft Unverständnis ausgelöst. Es hat mich sehr getroffen, dass zum Teil Behauptungen verbreitet wurden, die nicht der Wahrheit entsprechen, beispielsweise, dass wir für die Miete von Tempelhof nichts zahlen würden. Ich wünsche mir mehr Verständnis dafür, dass Bread & Butter viele internationale Menschen nach Berlin bringt, Arbeitsplätze schafft und damit etwas Positives für die Stadt leistet.
Was Entwicklung der Veranstaltung angeht, können wir uns sehr gut neue Segmente vorstellen. Zum Beispiel denken wir über Kidswear nach. Wir haben bei uns Aussteller wie beispielsweise Replay, Pepe Jeans London oder Scotch & Soda, die tolle Kinderprogramme führen und auch dafür ein gutes Umfeld suchen. Kidswear könnte sehr gut zu uns passen. Außerdem möchten wir den Bereich Sportswear und Casual Wear weiter ausbauen, hier ist großes Potenzial vorhanden.












Januar 25th, 2010 um 19:01
Videointerview: http://www.videos4fashion.de/index4video.aspx?Video=56
Bread & Butter Berlin - Interview mit Chef - Karl-Heinz Müller 21. Januar 2010
Die Modewelt fragt sich sicherlich nach dem Erfolgsrezept der Bread & Butter Macher. Die Erfolgsmesse, die nun zum zweiten Mal nach der Rückkehr aus Barcelona in Berlin - Tempelhof stattfindet