von Marie Mertens, Düsseldorf
Farben kommen und gehen, so läuft das Fashionbusiness. Aber wer legt die farblichen Trends eigentlich fest? Und warum richtet sich jeder Designer nach ihnen? styleranking geht der Frage auf den Grund, stellt euch die aktuellen Trends vor und befragte junge Nachwuchsdesigner zu ihren Trendfarben…
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Präsentation der neuen Farb-Trends auf Tableaus während er munichfabricstart. Foto: munichfabricstart.
Der Ursprung der Farbtrends liegt bei den so genannten Trendscouts. Trend-Agenturen schicken Scouts um die Welt, die während ihren Reisen den Streetstyle der Metropolen analysieren. Die Natur in all ihren Formen und Farben spielt natürlich auch eine große Rolle. Auf den Reisen machen die Scouts viele Fotos und Notizen und fassen diese zusammen. Wenn eine Farbe das Zeug zu einem Trend hat, werden Trendbücher erstellt, die nicht selten mehrere tausend Euro kosten. So gut wie alle Labels halten sich an die Vorgaben der Bücher und so kommt es, dass man sowohl bei H&M als auch bei Balmain die gleichen Farbmischungen entdeckt.
"Wie euch sicherlich bekannt ist, glaube ich nicht wirklich an Trends. Deshalb ist es schwierig für mich, über bestimmte Farben oder Materialien zu sprechen. Wenn es im Herbst langsam kühler wird, tendiere ich dazu mich eher unauffällig zu kleiden. Ich hole meine Kuschelpullis aus dem Schrank und ziehe mir warme Schuhe an. Am liebsten trage ich natürliche Materialien wie Baumwolle, Wolle und Kaschmir. Farblich tendiere ich zu Camel, Ocker und Grau. Vielleicht ein kleiner Farbtupfer als Schal oder Socken. Aber natürlich bin ich wie immer der Meinung: anything goes, hauptsache man fühlt sich gut damit," erzählt uns Michael Sontag. Er zeigte bereits seine eigene Kollektion während der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin und gewann vor kurzem den Innovationspreis textil + mode (styleranking berichtete). Außerdem war er Finalist beim International Sportswear Fashion Award und gewann im vergangenen Jahr den Fashion Design Award createurope.
Michael Sontags Kollektion auf der letzten Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Er setzte dort vor allem auf Orangefarbene Töne und Khaki. Fotos (2): styleranking

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Diese Pullis würden auch Michael Sontag gefallen: Kashmir-Pulli von Marc O’Polo, 129 Euro, und Baumwollpulli von H&M, 19,95 Euro, in Camel.
Die Farbe Grün spielt in diesem Winter eine besonders große Rolle, weil sie vor allem für Natur steht. Die unauffälligen Abstufungen Khaki und Olivgrün sind in Kombination mit Brauntönen ein Muss. Im Mittelalter galt Grün als Farbe der aufkommenden Liebe, mittlerweile steht sie symbolisch für Natur- und Umweltschutz. Nicht zuletz gilt sie als Farbe der Hoffnung.
"Grün ist meine Trendfarbe des Winters, weil sie für Organisches wie Wälder, Moos und Natur steht. Erdig-warme und kräftige Orange/Rost-Töne ergeben einen super Kontrast. Der Cocooning-Look (Anm. der Red.: Cocooning steht für den sogenannten Zwiebellook) ist dieses Jahr absolut ein Thema in der Mode, egal ob bei Frau oder Mann. Hinzu kommt der Teddy-Stoff, glatt und wärmend oder zottelig und trendy. Generell sind die Stoffe in dieser Saison sehr robust und clean, aber dennoch bleibt der Used-Look weiterhin in vielen Styles vorhanden. Ein riesiges Thema wird dem Organic Cotton zufallen, weil er zunehmend an Bedeutung gewinnt," sagte Melanie Röper-Mohr. Sie designt für ihr eigenes Label "iwazwersch", das wir euch bereits hier ausführlich vorgestellt haben.
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Melanie setzt in ihrer aktuellen Kollektion stark auf Grün und Braun. Foto: iwazwersch


Pulli von H&M, 24,95 Euro, und Daunenjacke von Pepe, 159 Euro, in der Farbe der Hoffnung.
"Der Winter 2009 wird für mich eine klassische Herbst/Winter-Saison. Die Grundfarben eines jeden Kleiderschrankes Weiß, Grau und Schwarz werden mit Beerentönen und Rot kombiniert. Gegensätze ziehen sich auch in der Mode an und so würde ich den Garconne-Stil bestehend aus Blusen, Westen und Sakkos mit weiblichen Accessoires wie Tüchern und High Heels kombinieren. Ich trage sehr oft Kleider und Stiefel - auch in der kühlen Jahreszeit ein Muss. Jedoch ist Vorsicht geboten bei Overknees aus Lack. Zum "Einpacken" empfehle ich einen Trenchcoat für den Herbst und einen Wollmantel für den Winter," sagte Jacky Friedmann, die für ihr eigenes Label briseis designt.
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Jacky setzt in ihrer Kollektion ganz klar auf weiche Farben, folgt aber trotzdem den aktuellen Trends. Fotos (2): briseis
Die diesjährige Gewinnern des Bunte New Faces-Award Frida Weyer (hier im styleranking-Interview) favorisiert in diesem Winter klassische Farben: "Schwarz und Creme sind total wichtig. Als Glanzfarbe und Akzent sehe ich Gold ganz weit vorne. Royalblau und Rot dürfen natürlich auch nicht fehlen. Bei den Stoffen bleibt es klassisch, reine Seide wird mit Feder-Applikationen aufgewertet. Ohne Pailletten geht diesen Winter gar nichts."
Fridas erste Show während der Fashion Week Berlin. Schon dort setzte sie auf Crème und Schwarz. Fotos (2): styleranking
Auch bei Stoffe gibt es klare Trends: "In sind in dieser Saison Multicolor Tweeds, Paisley Prints, seidige Changeants, gewaschene Wollen und Walk. Farblich gehen die Trends von Creme, Rose über Rauchblau, Amethyst, dunkles Petrol und Kupfer sowie Bronzetönen," verriet uns Melf Haack von stoffe.de.


Stoffe mit Brokatmuster und glänzende Optiken sind momentan total im Trend. Fotos: stoffe.de
Trends spielen in der styleranking-Redaktion immer eine große Rolle. Unsere Reporterin Sarah berichtet aktuell in unserem Herbstmode-Special über die absoluten Must-Haves in diesem Herbst. Und wenn ihr in Sachen Schuhe up-to-date bleiben wollt, empfehlen wir euch unser Schuhspecial. Wir sind gespannt, welche Farben im kommenden Sommer auf uns zu kommen. Es verspricht pastellig zu werden…




















Oktober 28th, 2009 um 17:10
Schöner Beitrag