Von Tanja Könemann, Salzburg
Sony Ericsson wirbt als Partner von Germany’s next Topmodel mit Siegerin Sara Nuru. styleranking hat mit Marketing-Chef Gunter Thiel über die Zusammenarbeit mit Sara gesprochen. Er verriet uns exklusiv, dass es bald eine Fashion-Edition von Sony Ericsson geben wird und welche Handydesigns sich am besten verkaufen lassen - zum Beispiel die Ed Hardy-Kollektion, von der es jetzt bald eine Neuauflage geben soll. Außerdem zeigte er uns, welche Modelle in der zweiten Jahreshälfte in die Läden kommen…

Tanja von styleranking traf Gunter Thiel von Sony Ericsson in Salzburg zum Interview. Fotos (5): styleranking
styleranking: Herr Thiel, ich benutze ein Klapphandy mit floralem Muster, das ich gekauft habe, weil ich es hübsch finde. Glauben Sie, das geht vielen Ihrer Kunden so?
Gunter Thiel: Dieses Produkt war leider nicht wirklich erfolgreich im deutschen Markt. Zu dem Zeitpunkt, als wir es entwickelt haben, war die Nische nicht groß genug, Klapphandys sind in anderen Ländern mehr nachgefragt. Das Handy war bei keinem Netzbetreiber gelistet, man konnte es nur im freien Fachhandel kaufen. Wir sind immer noch sehr davon getrieben, dass die Netzbetreiber unsere Produkte listen – also zusammen mit ihren Handyverträgen anbieten. Nur so kann ein Handy wirklich erfolgreich sein.
styleranking: Welche Produkte werden denn gelistet?
Gunter Thiel: Neben einer schnellen Datenverbindung, einer Kamera mit mindestens 3,2 Megapixel und mindestens einem Gigabyte Speicherplatz, muss das Handy ein ansprechendes Design haben, ein großes Display und handliche Tasten. Auch der Preis muss stimmen. Außerdem ist es für die Einkäufer wichtig zu wissen, dass wir noch eine umfangreiche Marketing-Kampagne oben drauf packen.

Sony Ericsson wirbt mit Sara Nuru, Gewinnerin des Heidi Klum-Contests von Germany’s next Topmodel 2009.
styleranking: Wie die Kampagne mit Topmodel Sara Nuru? Was versprechen Sie sich davon?
Gunter Thiel: Für uns ist das die logische Verlängerung unseres Engagements bei Germany’s next Topmodel. Wir haben uns für Sara entschieden, als noch sechs Mädchen im Rennen waren und wir noch nicht wussten, wer gewinnt. Jetzt ist sie extrem bekannt und auf jeden Fall ein Hingucker.
styleranking: Und worauf muss ein Hersteller achten, der ein Handy designed?
Gunter Thiel: Für den deutschen Markt muss es in erster Linie ein gefälliges Design sein haben, das heißt, das Gerät darf weder zu futuristisch sein, noch zu Old-school-mäßig. In dem Moment trifft man zwar vielleicht nur die breite Masse. Aber die Leute, die wirklich auf Style schauen, achten darauf, dass das Handy eine gewisse Zeitlosigkeit mitbringt.
styleranking: Gibt es einzelne Elemente, die dabei wichtig sind?
Gunter Thiel: Oberflächen und echte Materialen sind entscheidend. Die Zeit der Plastikbomber ist vorbei. Gerade wenn wir über teure Handys sprechen, dann muss das Gerät wertig sein - und zum Beispiel Alumimium und Edelstahl enthalten. Es darf ruhig ein paar Gramm mehr wiegen, Hauptsache es drückt Qualität aus. Außerdem muss das Handy mittelfristig schön bleiben. Ich schleppe es schließlich immer mit mir herum.
Dementsprechend läuft es Gefahr, dass es nach kurzer Zeit nicht mehr so schön aussieht. Echte Materialien halten einfach länger. An manchen Stellen lässt sich Plastik allerdings nicht vermeiden, zum Beispiel dort wo die Antenne ist. Sonst gibt es Probleme beim Empfang.
styleranking: Was muss ich für ein Handy ausgeben, das wertig aussieht?
Gunter Thiel: Für 40 Euro wird man es auf keinen Fall bekommen. Wir führen ein Produkt, das mit Prepaid-Tarif 69 oder 79 Euro kostet – ein Stick, dessen Gehäuse im oberen Bereich komplett aus Edelstahl besteht.

Neue Handydesigns von Sony Ericsson: Prototypen mit den Namen Yari und Satio. Das Yari könnt ihr ab dem dritten Quartal in den Farben Achromatic Black und Cranberry White für 339 Euro bekommen, das Satio ist ab dem vierten Quartal in Schwarz, Silber und Bordeaux für rund 699 Euro erhältlich.
styleranking: Und welche Farben sind gefragt?
Gunter Thiel: Pink hat einen erstaunlich guten Trend im Moment. Bei jüngeren Zielgruppen spielen auffällige Farben eine immer wichtigere Rolle. Aber das Massengeschäft wird mit Schwarz und mit Silber gemacht.
styleranking: Gibt es eine Farbe, die Sony Ericsson angeboten hat und die gefloppt ist?
Gunter Thiel: Es gab ein K770 in einem lila-metallic, was nicht so besonders gut funktioniert hat. Zumindest nicht in Deutschland - Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern relativ konservativ. Was sich gut verkauft hat, ist übrigens unsere Ed-Hardy-Edition, von der wir momentan eine zweite planen.

"Die Kunst ist es, im richtigen Moment auf einen Trend wie Ed Hardy aufzuspringen", sagt Gunter Thiel (r.) unserer Reporterin Tanja.
styleranking: Ehrlich? Das Thema ist ja nicht mehr so neu…
Gunter Thiel: Ed Hardy richtet sich jetzt zwar voll an den Massenmarkt, wird dadurch aber bezahlbar. Eine Special Edition wie diese muss massentauglich sein. Wir haben uns Ed Hardy lange angeguckt und sind erst dann zusammen gekommen, als der Lebenszyklus des Labels schon sehr weit oben war. Hier ging es uns nicht darum, selbst einen Trend zu setzen. Die Kunst ist es, im Massenmarkt einen Trend zu beobachten und zu gucken, wann der richtige Moment ist, um aufzuspringen und wann man rechtzeitig wieder aufhört.
styleranking: Es gibt mittlerweile auch zahlreiche Möglichkeiten, Handys selbst zu gestalten…
Gunter Thiel: Das eigene Handy individualisieren zu können, wird für die Nutzer immer wichtiger. Wir müssen dafür sorgen, dass es von der Software her individualisierbar ist. Was von außen her passiert – da gibt es Drittanbieter, die wechselbare Cover zum Beispiel herstellen.
styleranking: Das heißt, Handyschalen sind wieder angesagt?
Gunter Thiel: Ja, die kommen wieder. Nicht so fies, wie man das von vor zehn Jahren kennt. Mittlerweile kann man das Cover online selbst gestalten. Man bekommt es dann als Hardcover nach Hause geschickt.

Prototyp von Sony Ericsson mit dem Namen Satio - die Deutschen mögen schlichte Designs.
styleranking: Und welche Handy-Modelle lassen sich derzeit am besten verkaufen?
Gunter Thiel: Der deutsche Markt ist einer der Märkte, auf dem Handys in Stickform – also in ganz normaler Handyform – immer noch 60 Prozent ausmachen. Der Slider löst das Klapphandy ab, es sind mittlerweile nur noch 10 Prozent Klapphandys im deutschen Markt, während der Slider in Richtung 30 Prozent geht. Diese Trends werden meist von Jugendlichen geprägt – hier hatten sowohl Klapphandy als auch Slider ihren Ursprung.
styleranking: Unterscheiden sich die Handyfavoriten von Frauen und Männer? Und falls ja, nach welchen Kriterien?
Gunter Thiel: Produkte, für die wir hohe Verkaufszahlen anstreben und die lange verkauft werden sollen, wurden in der Vergangenheit unisex entwickelt. Das ist auch jetzt noch so, wird sich aber in Zukunft ändern, weil sich der ganze Markt segmentieren wird. Das heißt, wir müssen uns verstärkt einzelne Zielgruppen anschauen – ganz besonders die große Zielgruppe Frau. Deswegen wird es in Zukunft auch Endgeräte geben, deren Form auf Frauen abgestimmt ist.

Schiebehandy mit großem Touchscreen: das neue Aino. Es ist ab dem vierten Quartal in den Farben Obsidian Black und Luminous White für 549 Euro zu bekommen.
styleranking: Wie könnte das aussehen?
Gunter Thiel: Es könnte zum Beispiel ein Zweithandy für abends zum Ausgehen sein – eines, das klein ist und in jede Handtasche passt.
styleranking: Verraten Sie uns, was dieses Jahr noch auf dem Design-Plan steht?
Gunter Thiel: Es wird 2009 eine Fashion-Edition geben – also eine Kooperation mit einer Fashion-Marke. Ich kann dazu noch nicht viel mehr sagen, außer: Es wird ein sehr weibliches Produkt sein.
styleranking: Herzlichen Dank für das Interview, wir freuen uns auf die Fashion-Edition…
Gunter Thiel, 35 Jahre, aus Düsseldorf, arbeitet als Head of Marketing bei Sony Ericsson Deutschland. Seine Freizeit verbringt er gern mit seiner Familie, seine beiden Kinder Anna und Niklas sind acht Monate und zwei Jahre alt. Außerdem macht spielt er gern Volleyball und geht Laufen. Im Netz ist er am liebsten auf Xing und Facebook unterwegs sowie auf der firmeneigenen Szeneseite mobile-sessions.com.












Mai 30th, 2009 um 21:05
Hey Reporterin tanja ich freu mich auch total auf die Fashion Edition !!!!!
Juni 23rd, 2009 um 12:06
Hallo!
Ein sehr interessantes Interview. Es ist glaub ich gar nicht so leicht als Handyhersteller immer den richtigen Riecher zu haben und man muss extrem schnell auf Trendwenden auf dem Markt reagieren.
Wir haben übrigens einen kleinen Vorstellungsbeitrag über das Sony Ericsson Yari geschrieben, dass ihr auch oben kurz mit Bild vorgestellt hat. Wer also mehr über das neuartige Spielehandy erfahren will, sollte mal hier unseren Blog besuchen.
Liebe Grüße
Andrea Berger
Juli 31st, 2009 um 12:07
Ich bedanke mich ersteinmal recht herzlich für dieses interessante Interview.
Ich bin immer sehr neugierig, wenn es darum geht, was die Sicht des Herstellers von neuer Technik ist und wie die Zukunftspläne so aussehen. Allein die Tatsache mit der Ed-Hardy Version war ja schon ziemlich spannend. Wie sie sehr gut bemerkt haben flaut die Hype-Welle um Ed-Hardy ja eigentlich gerade ab und man fragt sich warum SE nun noch so ein Modell auf den Markt bringen will. Die Ansichten von Seiten des Herstellers fand ich dabei besonders interessant. Es ist für mich nun durchaus verständlich warum SE wie handelt. Allein die Tatsache warum Klapphandys in Deutschland nicht beliebt sind bleibt mir ein völliges Rätsel. Ich war mit meinem Motorola RAZR damals super zufrieden und fand es auch unheimlich cool.