Von Katrin Völkner, Paris
styleranking berichtet regelmäßig von den großen Messen in Berlin, Düsseldorf und Köln - oder auch schon einmal live aus Rio. Jetzt waren wir erstmals in Paris dabei. In den heiligen Hallen haben wir für euch die neuen Strömungen in Sachen Prêt-à-Porter, Streetwear, Accessoires und Lingerie aufgespürt. Los geht’s mit der Prêt-à-Porter-Mode.
Von der Metrostation Porte de Versailles aus geht es in die heiligen Hallen: Hier findet Saison für Saison eine der wichtigsten Modemessen statt, die Prêt À Porter Paris. Fotos (9): Katrin Völkner für styleranking
Hauptstadt der Mode
Prêt-à-porter (sprich : Pretta portee) bedeutet soviel wie „fertig zum Tragen“ und meint Konfektionskleidung von der Stange. Im Gegensatz zur luxuriösen Haute Couture, die nur noch wenige Häuser - darunter Christian Dior, Chanel und Givenchy - in Paris vorführen, gibt es bei der Prêt-à-Porter-Mode festgelegte Größen. Sie ist genau das, was wir im Laden kaufen, wenn wir uns nicht gerade ein Ballkleid auf den Körper schneidern lassen.

Katrin war für euch auf der Messe unterwegs, sprach mit den Ausstellern, sah sich Shows an und spürte die Trends für 2010 auf. Rechts: Zwischen den Terminen luden Sessel und Sitzgruppen zum Entspannen ein.
Wer Paris in diesen Tagen besucht, kommt an den 800 Plakaten nicht vorbei, die die Stadt derzeit schmücken. Entlang des Pracht-Boulevards Champs-Elysées ist darauf überall zu lesen: „Paris, Capitale de la Création“. Und die „Hauptstadt der Mode“ kann wirklich stolz sein. Bekannte Marken, neue Talente, Künstler und Händler aus allen Teilen der Welt präsentieren auf der Messe Prêt À Porter Paris ihre Ideen für Morgen. In einer einzigen Halle, auf zwei Etagen zeigen sie vom 4. bis 7. September ihre Kollektionen für die Frühjahr/Sommer-Saison 2010.

Im Bereich Shibuya beweisen junge Talente und einige Künstler ihr Können.
Auf nach Shibuya!
Am interessantesten ist sicher die Area mit dem klangvollen Namen „Shibuya“. Hier kommen junge Kreative zusammen, darunter der Künstler Mathieu „NDeur“ Missiaen. Für das Projekt „Make a paper world“ von Julien Morin Schuhen verleiht er Schuhen mit Hilfe von Pappe eine neue Form. Marion Bartherotte dagegen bringt seit rund einem Jahr selbst bemalte Sneakers an den Mann. Ihre Marke Zou Zou Shoes hat während der letzten Monate bereits in der französischen Presse für Aufsehen gesorgt. „Hier auf meinem Messestand sehen die Händler, was ich mache, und können direkt Schuhe mit ihren Wunschmotiven bestellen.“ Sie arbeitet direkt vor Ort. Zusätzlichen Grund zum Feiern gab es in der Shibuya-Area am Freitag ab 17 Uhr. Denn da versetzte ein DJ die Händler und Messebesucher in Partystimmung, und zu housigen Klängen wurde Champagner ausgeschenkt.

Valentine Donck zeigte pastellige Kleider aus zarten Materialien – perfekt für unbeschwerte Sommertage!
Batikleggings und Blumenkleider
Ein wichtiger Teil der Messe Prêt À Porter Paris ist auch der Catwalk in der zweiten Etage. Hier überzeugten vor allem die Kollektion der türkischen Designerin Özlem Süer sowie die blau-rot-gebatikten Tops, Kleider und Leggings des indonesischen Designers Priyo Octaviano. Die Händler holen sich hilfreiche Tipps in den Vorträgen von Martine Leherpeur, Expertin in Sachen Multibrandstores. „Der Multibrand-Store muss sich selbst neu erfinden und das Zugpferd der gesamten Modebranche werden“, ist sie überzeugt. „Erst dann geben die Leute dort gerne ihr Geld für Mode aus.“

Die Prêt À Porter Paris hinterlässt vielfältige Eindrücke…
Viele wunderschöne Stücke, die auf der Messe gezeigt werden, sind es allemal wert, gekauft und getragen zu werden. Dabei hat jede einzelne Marke ihre eigenen Stilmerkmale, Hingucker und Details. Evaw Wave macht sportliche Kleidung für Kinder und Erwachsene aus bunt bedruckten Stoffen. Die Blumen und Karos auf weißem Grund wirken sommerlich frisch. The French Factory verleiht Kleidern und Blusen mit Hilfe von Rüschen einen verspielten Vintage-Touch. Josie la Baronne setzt auf Patchwork-Optiken und A-nemi lässt mit ledernen Accessoires den Rock’n’Roll-Spirit der 50er-Jahre neu aufleben.

Accessoires über Accessoires: Bei Palme und anderen Ausstellern gab es Schuhe, Mützen, Tücher, Schals und alles, was sonst noch an schicken Extras angesagt ist.
Gegensätze ziehen an
Die zwei wichtigsten und gleichzeitig gegensätzlichen Strömungen sind Cleane Lässigkeit und Ethno-Mix, die in der Area Less & Excess multimedial präsentiert werden. Während der Clean Look sich im kommenden Frühjahr/Sommer mit Leinenstoffen, Wickelblusen und Palazzo-Hosen sehr entspannt zeigt, kommt der Ethno-Trend schriller als gewöhnlich daher. Inspiriert von Londoner Streetstyles werden Muster, Farben und Materialien wild gemixt. Für eine sexy Ausstrahlung sorgen kurze Hotpants, tiefe Ausschnitte und Kombis aus Eng und Weit. Lange Ketten mit großen Anhängern, Nietengürtel und XL-Shopper komplettieren das Ganze.
Insgesamt sind auf der Messe Rosa, Creme und Tabakbraun genauso wie farbenfrohe Prints überall zu sehen. T-Shirts mit Foto- oder abstrakten Drucken spielen eine genauso große Rolle wie couturige Blusen und kurze Kleider mit Taillengürtel. Bei den Stoffen dominieren neben Seide und Bio-Baumwolle auch fließende Hightech-Materialien die Kollektionen. Spitze, Taft und Samt setzen Akzente, bei den Accessoires dominieren Veloursleder und solches mit Reptilprägungen. Figurumfließende Schnitte und weite Kimonoärmel bleiben, Vintage-Finishes erobern nach den Jeans jetzt auch die Oberteile, Shorts und Taschen.

Auch bei der Gestaltung der Messestände zeigten sich die Händler kreativ.
Design-Studium in Paris?
Halle 7 ist nicht nur für Trendspione eine wahre Fundgrube. Für alle, die Modedesign in Frankreich studieren möchten, lohnt sich ein Besuch der Stände von Frankreichs Modeschulen. Denn die stellen hier nicht nur Arbeiten ihrer Design-Studenten aus, sondern verteilen zudem Infoblätter und stehen Frage und Antwort. Wer dieses Jahr nicht dabei ist, sollte sich den Januartermin vormerken, wenn die „Capitale de la Création“ wieder ihre Prêt-à-Porter-Messe veranstaltet. Mehr Infos gibt’s unter www.pretparis.com und www.pariscapitaledelacreation.com

„Explosion de Modes“: Die Prêt À Porter Paris ließ sich styleranking diesmal nicht entgehen. In den nächsten Tagen gibt’s mehr hier im Blog!!
Ich schreibe drei Monate lang bis Ende November für euch aus Frankreich und besonders aus Paris. Weitere Berichte aus der Stadt der Liebe und Mode von mir findet ihr hier:
Modehauptstadt Paris: Von lässiger Eleganz bis Savoir Vivre
Shoppen auf dem größten Flohmarkt in Paris
Schleifen-Parade der Accessoires
Das Paris-Special wird unterstützt von:
Günstige Hotels in Paris
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September 7th, 2009 um 09:09
Die deutsche Designerin Anja Gockel stellt doch auch in Paris aus? Wird darüber auch irgendwo berichtet?
September 7th, 2009 um 10:09
Danke für den Tipp. Wir machen uns mal schlau. Die liebe Anja Gockel hatte uns darüber gar nicht in Kenntnis gesetzt…
September 7th, 2009 um 11:09
Auf Anja Gockels Website steht:
Paris
04.09.2009 - 07.09.2009
Paris, Prêt-á-Porter, atmosphère’s
Halle 7, Stand AT 218
September 7th, 2009 um 16:09
Hallo Anita, Anja Gockel hat tatsächlich auf der Prêt-à -Porter Show-ausgestellt. Sie hat bis heute einen eigenen Stand dort. Bei der Masse an Mode, Ständen, Infos etc. können wir natürlich nicht über alles berichten. Aber in Zukunft widmen wir Anja Gockel bestimmt mal einen Bericht… Bis dahin noch viel Spaß beim Stöbern im styleranking-Blog!